hartwigbenzler

Leipziger Querdenker-Marsch am 7.11.2020: eine Replik an Olaf Sundermeyer (rbb/ARD-Tagesthemen)

Olaf Sundermeyer, selbsterklärter „Rechtsextremismus-Experte“ des rbb, in den ARD-Tagesthemen zur Analyse der Leipziger Querdenker-Demonstration am Samstag, den 7.11.2020.
Olaf Sundermeyer, selbsterklärter „Rechtsextremismus-Experte“ des rbb, in den ARD-Tagesthemen zur Analyse der Leipziger Querdenker-Demonstration am Samstag, den 7.11.2020.

Herr Olaf Sundermeyer (OS), selbsterklärter „Rechtsextremismus-Experte“ des rbb und neuerdings Analysebeauftragter der Querdenker-Bewegung in den ARD-Tagesthemen, gibt nach der beeindruckenden Querdenker-Großdemonstration in Leipzig am Wochenende den „objektiven“ Beobachter und Lageanalytiker. Tatsächlich ist er ein gefährlicher Brandbeschleuniger, ein staatlich finanzierter Schreibtischtäter. Warum? 

Ein jeder, der wie unsereins seit Monaten hautnah die Demonstrationen der Querdenker verfolgt, an den großen im August in Berlin oder am Samstag in Leipzig selbst teilgenommen hat, aber auch die kleineren von Hamburg, über Hannover, Magdeburg bis nach Konstanz am Bodensee im Blick hatte und hat, der weiß, daß das dunkel gefärbte Bild von OS ein Trugbild ist, würdig der Aktuellen Kamera AK aus den Zeiten der “DDR“. 

Auszug aus dem Twitter-Thread von Olaf Sundermeyer zur Leipziger Querdenker-Demonstration.
Auszug aus dem Twitter-Thread von Olaf Sundermeyer zur Leipziger Querdenker-Demonstration.

95%, wahrscheinlich eher 99% aller Querdenker-Demonstrations-Teilnehmer, sind tatsächlich friedliche, besorgte und wohlmeinende Bürger aus allen gesellschaftlichen Schichten und Regionen des Landes, die mit der Corona-Politik der herrschenden Klasse nicht einverstanden sind – und das mit vielfältigen, wissenschaftlich begründeten Argumenten. Es sei hier nur beispielhaft auf die Professorenriege um Homburg (@shomburg), Streeck (@hendrikstreeck) oder Bhakdi hingewiesen, oder auf die Ansammlung medizinisch-wissenschaftlicher Corona-Analyse wie im Corona-Ausschuß (@CoronaAusschuss) oder bei den Ärzten für Aufklärung (@acu2020org).

Daß gerade die größeren Querdenker-Demonstrationen auch Trittbrettfahrer aus rechtsradikalen Lagern anziehen, die sich wie in Leipzig unter die Querdenker-Demonstranten mischten, ist sicherlich richtig. Doch in welchem Mengenverhältnis geschieht dies? Und wozu? 

Bericht in der Bild am Sonntag über die Leipziger Querdenker-Großdemonstration.
Bericht in der Bild am Sonntag über die Leipziger Querdenker-Großdemonstration.

Wenn man Herrn Sundermeyer Glauben schenken mag, oder der gestrigen Berichterstattung in der Bild am Sonntag (BamS), dann stellen die gewaltbereiten Rechtsradikalen einen nicht geringen Anteil der Querdenker-Demonstranten dar, angeblich zunehmend. 

Tatsächlich waren zum Beispiel am Wochenende in Leipzig von den anwesenden circa 50.000 Demonstranten nach unserer Einschätzung maximal 100 bis 200 Personen aus dem rechtsradikalen Lager zu sehen. Nach Adam Riese sind das 0,2% bis 0,4% aller Teilnehmer. Ergo: eine Splittergruppe. 

Nun liegt es in der Natur der Sache, daß diese Rechtsradikalen, zumeist aus jungen Männer bestehend, dahin gehen, wo es salopp gesprochen auch Kloppe geben kann, also vorne „an die Front“, da wo die Polizei steht. Die Linksradikalen, also die „Antifas“, machen es genau so. Siehe am selben Tag die weitaus schlimmeren Gewaltausschreitungen in Leipzig-Connewitz.

Brennende Straßensperrungen in Leipzig-Connewitz, erzeugt von den linksradikalen „Antifas“. Quelle: https://www.lvz.de/Leipzig/Polizeiticker/Polizeiticker-Leipzig/Erneut-Steinwuerfe-gegen-die-Polizei-in-Leipzig-Connewitz
Brennende Straßensperrungen in Leipzig-Connewitz, erzeugt von den linksradikalen „Antifas“. Quelle: https://www.lvz.de/Leipzig/Polizeiticker/Polizeiticker-Leipzig/Erneut-Steinwuerfe-gegen-die-Polizei-in-Leipzig-Connewitz

Auf der Querdenker-Demonstration in Leipzig hatte nun die Polizei kurz vorm Hauptbahnhof, auf dem Georgring, eine Polizeisperre aufgebaut, um den Durchmarsch des friedlichen Demonstrationszuges, kommend vom Augustplatz, auf dem gesamten Leipziger Ring zu verhindern. Wie bekannt wurde dieses Ziel nicht erreicht, unter anderem auch dank der besonnenen Lageeinschätzung der Leipziger Polizeiführung. Die Vernunft der Verhältnismäßigkeit der Mittel obsiegte. Ein großer Dank dem Leipziger Polizeipräsidenten Torsten Schultze. 

Torsten Schultze, Leipziger Polizeipräsident, stellt sich den Fragen der Journalisten nach dem Marsch der Querdenker auf dem Leipziger Ring. Quelle: https://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Polizeipraesident-erklaert-Deshalb-durfte-die-Querdenker-Demo-um-den-Leipziger-Ring-ziehen
Torsten Schultze, Leipziger Polizeipräsident, stellt sich den Fragen der Journalisten nach dem Marsch der Querdenker auf dem Leipziger Ring. Quelle: https://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Polizeipraesident-erklaert-Deshalb-durfte-die-Querdenker-Demo-um-den-Leipziger-Ring-ziehen

Aber welche Funktion übten nun die schwarz vermummten jungen Männer aus, die mit kurz geschorenen Haaren und strammen Seitenscheitel sich unter die Demonstranten mischen, also die Rechtsradikalen, mehrheitlich der sächsischen JN und NPD zuzuordnen, die seit Samstagabend die politmediale Berichterstattung des Landes hinsichtlich der Leipziger Querdenker-Demonstration dominieren? 

Aufmarsch der Rechtsradikalen, also junger Männer um die JN/NPD, nachmittags an der Seite des Augustplatzes, teilweise beschimpft von den Querdenker-Demonstranten mit „Nazis raus!“,
Aufmarsch der Rechtsradikalen, also junger Männer um die JN/NPD, nachmittags an der Seite des Augustplatzes, teilweise beschimpft von den Querdenker-Demonstranten mit „Nazis raus!“,

Ganz sicher sollen sie, staatlich bestellt und gesteuert, Stichwort „V-Männer“ und „agents provacteurs“, mit bewußt herbeigeführten Gewaltbildern Personen wie OS die Vorlagen geben, um die friedliche Querdenker-Demonstration gesellschaftlich zu beschädigen und zu ächten. Das gelingt derzeit immer noch sehr gut, wie das zum Beispiel das Wahlergebnis des führenden Kopfes der Querdenker, Michael Ballweg (@michael_ballweg) bei der Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart beweist. Gerade mal 2,7%, ein den Ansprüchen gegenüber bescheidendes Abschneiden.

Michael Ballweg endet die Wahl zum Stuttgarter Oberbürgermeister mit einem Ergebnis von 2,6%. Quelle: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/live-ticker-ob-wahl-stuttgart-ergebnis-sonntag-8-november-100.html
Michael Ballweg endet die Wahl zum Stuttgarter Oberbürgermeister mit einem Ergebnis von 2,6%. Quelle: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/live-ticker-ob-wahl-stuttgart-ergebnis-sonntag-8-november-100.html

Aber, und das muß fairerweise gerade für die Querdenker-Demonstration in Leipzig gesagt werden, haben dieses Mal diese harten Jungs auch als Eisbrecher für den friedlichen Querdenker-Umzug fungiert, ob gewollt oder ungewollt, sei mal dahingestellt. Ohne diese erste schwarze, gewaltaffine Reihe hätte wahrscheinlich die Leipziger Polizeiführung nicht entschieden, den Weg für die Querdenker-Marschierer freizugeben, aus der dann die größte friedliche Demonstration auf dem Leipziger Ring seit der Friedlichen Revolution 1989 entstand. 

Wir wiederholen: Ob das von den mehrheitlich staatlich subventionierten Kader-Leitern der Rechtsradikalen beabsichtigt war oder nicht, können wir nicht beurteilen. Aber im Gegensatz zur Querdenker-Demonstration in Berlin am 29.8., als der Querdenker-Marsch wegen der Kesselfalle durch den Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) in der Wilhelmstraße rechtswidrig gestoppt wurde und dann nicht weiterkam, konnte in Leipzig der friedlich-fröhliche Querdenker-Zug von Zehntausenden Menschen die Ringrunde gehen. Frei nach Goethe: das Böse, das stets das Gute schafft. 

Die Frage bleibt: Warum verzerrt ein Olaf Sundermeyer bewußt das Bild der Querdenker so sehr, daß sich keiner der 50.000 Leipziger Querdenker-Demonstranten in seiner Berichterstattung wieder finden kann? Warum berichtet er beispielsweise nicht von dem Klavierspieler Arne Schmitt (Piano across the world, https://Arne-Schmitt.com) in der Grimmaischen Straße, der das Westernhagen-Lied Freiheit anstimmte, umringt von unzähligen mitsingenden Demonstranten? 

Warum erwähnt er nicht die lustigen, esoterisch angehauchten Trommler, die mit ihrem sonoren, ununterbrochenen Trommel-Rhythmus vor allem weiblichen Querdenker-Demonstranten einen wunderschöne beschwingte Zeit auf dem Leipziger Ring besorgten? 

Warum berichtet OS nicht über Perin Dinekli, der Sängerin und Yoga-Lehrerin aus Offenburg, die ein selbst komponiertes Corona-Lied zum besten brachte, zur Freude aller anwesenden Zuhörer? Siehe auch: https://youtu.be/_74zxyWyMq4.

Vielleicht, weil OS dafür bezahlt wird und davon lebt? Was wäre OS ohne die böse, „rechte Gefahr“, wenn sie auf das tatsächliche reale Maß heruntergestuft würde? Müßte er dann nicht einer anderen, ehrlicheren Arbeit nachgehen? Honni soit qui mal y pense. 

Fazit: Die politisch-mediale Klasse der „BRD“ hat es in der Hand. Will sie, in Analogie zu 1989, den konfrontativen Mielke-Weg einschlagen? Oder möchte sie doch eher den gewaltfreieren Krenz-Weg begehen? 

Will sie die weitere Eskalation wie der Leipziger OB Burkhard Jung und die versammelte Grüne-SPD-Linke Sachsens einschreiten? Oder setzt sie doch eher auf Deeskalation und Verhältnismäßigkeit, also rational-vernünftige Abwägung, wie vom Leipziger Polizeipräsidenten oder auch Teilen der CDU-Landesregierung geschehen? 

Die Zukunft wird es weisen. Wir jedenfalls wünschen uns, daß, sollte es soweit kommen, wir letztendlich ein neues, zweites 1989 wiedererleben können, also ein „1989 2.0“. Wenn Revolution, dann bitte eine friedliche Umwälzung der bestehenden realexistierenden Verhältnisse, wie damals in der untergehenden „DDR“. Die heutigen sogenannten „demokratischen“, tatsächlich aber zunehmend totalitären Verhältnisse müssen ein Ende haben, damit das deutsche Land und das deutsche Volk in eine neue, bessere und solidarischere Gemeinschaftsordnung geführt werden kann. Diese Hoffnung nach Frieden und Freiheit sollten wir nicht aufgeben. Denn Gewalt kann eigentlich nicht die Lösung sein.

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