hartwigbenzler

„Auflösung“

Liebe Freunde des Flügels,

wie wir alle wissen, hat der Bundesvorstand unserer Partei auf seiner Sitzung am letzten Freitag mit klarer Mehrheit die Erwartung in einem Beschluss gefaßt, daß der Flügel bis zum 30. April 2020 „aufgelöst“ wird.

Grundsätzlich kann nicht aufgelöst werden, was formal nicht existiert. Um die Einheit der Partei zu wahren und das Projekt einer politischen Alternative für Deutschland nicht zu gefährden, haben Björn Höcke und Andreas Kalbitz jedoch entschieden, diesem Wunsch nachzukommen. Wir fordern alle, die sich der Interessensgemeinschaft angehörig fühlen, auf, bis zum 30. April ihre Aktivitäten im Rahmen des Flügels einzustellen. 

Der Flügel hat in seinem fünfjährigen Bestehen Wertvolles für die Partei geleistet und insbesondere in den neuen Bundesländern maßgeblich zu den fulminanten Wahlerfolgen der AfD beigetragen, der in den alten Bundesländern unerreicht ist. Der Flügel ist aber wie die AfD kein Selbstzweck, sondern hat immer nur im Dienst der Sache gestanden. Hier war der Flügel vor allem in den Anfangsjahren der AfD ein zuverlässiger Kompaß und hat die junge Partei vor einer allzu leichtfertigen Anpassung an die etablierten Kräfte bewahrt. Die AfD hat sich mittlerweile konsolidiert und ist parlamentarisch im ganzen Land und auf allen Ebenen vertreten. Auf diese Weise ist eine gute innerparteiliche und vor allem strömungsübergreifende Zusammenarbeit entstanden, die alle Parteimitglieder schätzen.

Es ist daher Zeit für einen neuen Impuls, „der über den Flügel hinausweist und die Einheit der Partei betont“, wie Björn Höcke in einem kürzlich erschienenen Interview mit der Zeitschrift Sezession ausführte (https://sezession.de/62309/ueber-den-fluegel-hinaus-ein-gespraech-mit-bjoern-hoecke). Die Auflösung des Flügels ist ein Signal an alle wirklich konstruktiven Kräfte in der Partei: Eigene Strukturen, die in den letzten Jahren entstanden sind, dürfen den innerparteilichen Zusammenhalt nicht behindern.

Daß der Schritt zur „Auflösung“ nun – auch in der Entscheidung des Bundesvorstandes von außen beschleunigt – schneller als gedacht erfolgt, liegt auch an der allgemeinen Anspannung und Nervosität, die im Zuge der maßlosen medialen Diffamierungen und des VS-Drucks entstanden sind. Damit wir die infamen Angriffe von außen überstehen, brauchen wir starke Nerven und einen kräftigen Zusammenhalt, der auch mit der Beendigung der Aktivtäten des Flügels fortbesteht.

Jede Organisationsform kann nur Mittel zum Zweck sein. Der politische Einsatz geht weiter und fordert unsere ganze Kraft. Die Zustände in unserem Land lassen keinen Raum für Resignation und persönliche Befindlichkeit.

Wir haben in den vergangenen Jahren mit viel Herzblut und Einsatz, stets im Interesse der Gesamtpartei und im Bestreben, die Partei als wahre Alternative für Deutschland zu erhalten, den Flügel zu einem unvergleichlichen Erfolgsprojekt gemacht. Diese Leistung war ein Gemeinschaftswerk!

Wir danken an dieser Stelle allen Freunden und Mitstreitern des Flügels für ihren Einsatz und ihre Loyalität in den letzten Jahren! Die Arbeit geht weiter. Setzen wir uns gemeinsam dafür ein, daß die AfD auch in Zukunft eine wirkliche Alternative für Deutschland bleibt!

Mit herzlichen Grüßen

Björn Höcke, Andreas Kalbitz

Deutschland, 24. März 2020

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